20.7.06

METROPOLIS ein Plagiat?

Ende 1928, Anfang 1929, circa zwei Jahre nach der Premiere des Films, nach dem METROPOLIS in beinahe allen Ländern der Welt gelaufen war, tauchten in der Presse Nachrichten auf, vor dem Berliner Amtsgericht stehe eine Verhandlung gegen Thea von Harbou, Fritz Lang und die Filmgesellschaft Ufa an; sie seien wegen Verletzung des Urheberrechts angeklagt.

Strafanzeige hatte die wohl weitgehend unbekannte Schriftstellerin Wanda Döbbecke (Schreibweise in der Presse auch manchmal Doebicke, R.K.) gestellt. Sie hatte bei der Ufa bereits Mitte der 1920er Jahre ein Manuskript mit dem Titel ‚Metropolis’ eingereicht, das, so steht es im ‚Film-Kurier’, Nr. 48, 23.02.1929, sogar von einem Direktor der Ufa höchstpersönlich aus der Wohnung des Gatten von Frau Döbbecke abgeholt worden war. Nicht nur der Titel stimme, so Rechtsanwalt Dr. Frey, der Frau Wanda Döbbecke juristisch vertrat, mit dem späteren Film METROPOLIS überein, auch der Inhalt wäre so ähnlich, dass von einem Plagiat gesprochen werden müsse (vgl. ‚Film-Kurier’, ebd.).

Nun hatten die Juristen das Wort und als Nächster ergriff es Rechtsanwalt Dr. Carl Hänsel, Sachwalter von Frau Thea von Harbou-Lang. (…wird fortgesetzt)

1 Kommentar:

Thea-von-Harbou-Forschung hat gesagt…

In allen gängigen - auch zeitgenössischen - Lexika, im KVK oder in den Katalogen von Online-Antiquariaten, ist keine Autorin Wanda Döbbecke (auch Doebbecke, Doebicke) verzeichnet. Möglicherweise versuchte sich hier eine unbekannte - und erfolglose - Schriftstellerin Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu verschaffen.