17.1.07

Vergessene Drehbucharbeiten 1933 (1): WALZERKRIEG

1933 beschloss der Vorstand der Universum-Film AG (UFA), für die Fertigstellung des 3. Aktes des Drehbuches für den Film WALZERKRIEG Thea von Harbou zu verpflichten. Man war bereit, hierfür bis zu 5.000 RM zu bezahlen, nach Möglichkeit sollte aber billiger abgeschlossen werden. (Vgl. UFA-Protokoll Nr. 912, 04.05.1933, Bundesarchiv Berlin). Ob es zu dieser Arbeit am 3. Akt gekommen ist, geht aus weiteren UFA-Protokollen nicht hervor. Als offizielle, alleinige, Drehbuchautoren dieser Günther Stapenhorst-Produktion der UFA werden heute Hans Müller und Robert Liebmann genannt.
WALZERKRIEG, der am 4. Oktober 1933 uraufgeführt wurde, erzählt vom Streit zwischen dem Walzerkönig Joseph Lanner und seinem noch unbekannten Geiger Johann Strauß. Es kommt zum Bruch. Strauß wird nach London engagiert und hat dort seine ersten Erfolge. Durch das zunächst unglückliche Eingreifen von Lanners Tochter kommt es aber schließlich zur Versöhnung.
Ein weiteres Indiz für die Mitarbeit von Thea von Harbou ist ein sehr persönlicher gehaltener Brief von ihr an den Regisseur des Films, Ludwig Berger, geschrieben am 25.05.1933, also kurz vor Beginn der Dreharbeiten im Juni 1933. In diesem Brief schenkt sie ihm zwei Ming-Vasen und empfiehlt ihm, diese, falls sie ihm nicht gefallen sollten, jemanden an den Kopf zu werfen, auf den er ‚eine gesunde Wut’ habe: „An Objekten dazu wird es Ihnen ja nicht fehlen“. (Brief von Thea von Harbou an Ludwig Berger, Berlin, 25.05.1933 – ‚Ludwig Berger-Archiv’ der ‚Akademie der Künste’, Berlin). Ein möglicher Hinweis auf die Schwierigkeiten, die es bei der Fertigstellung des Drehbuches gab und für deren Beseitigung man Thea von Harbou ‚einschaltete’. Standfotograf bei dieser Produktion war übrigens ihr Bruder Horst von Harbou. (... wird fortgesetzt)

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