21.1.07

Vergessene Drehbucharbeiten 1933 (2): VIKTOR UND VIKTORIA

Die Travestie-Kömodie VIKTOR UND VIKTORIA, die am 23.12.1933 im Berliner Gloria-Palast uraufgeführt wurde, wird bis heute ausschließlich mit dem Namen Reinhold Schünzel in Verbindung gebracht. Firmiert dieser doch in offiziellen Filmografien nicht nur als Regisseur, sondern auch als Drehbuchautor dieses UFA-Films (Herstellungsgruppe Alfred Zeisler).
VIKTOR UND VIKTORIA erzählt die Geschichte von zwei Kleindarstellern, Viktor Hempel und Susanne Lohr. Viktor tritt im Kabarett als Damen-Imitator ‚Monsieur Viktoria’ auf. Als er erkrankt, springt Susanne Lohr - mit Erfolg - für ihn ein. Bei einer Tournee, die sie nach London führt, verdreht Susanne im Frack allen Frauen den Kopf, bis jemand ihrem Spiel auf die Schliche kommt. Während der echte Viktor einem Nummerngirl der Revue nachstellt, wird der falsche Viktor durch Mannbarkeitsproben enttarnt. Schließlich muss Viktor Hempel am Schluss selbst als ‚Viktoria’ in der Revue einspringen.
Im Juni 1933 erwarb die UFA über Reinhold Schünzel die Rechte an dem Stoff, der zu dieser Zeit noch GEORG UND GEORGETTE betitelt war und der von Anfang September bis Ende November 1933 verfilmt wurde. Er erhielt hierfür und für seine gleichzeitige Mitarbeit an dem Drehbuch 13.000 RM. Was aber bis heute unbekannt ist: "Ferner genehmigt der Vorstand die Erteilung eines Drehbuchauftrages an Frau Thea von Harbou zu einem Pauschalhonorar von 12.000 RM." (UFA-Protokoll Nr. 926, 23.06.1933, Bundesarchiv Berlin). Am 22. Juli 1933 traf die UFA mit Reinhold Schünzel eine zusätzliche Vereinbarung, wonach er für seine Mehrarbeit, „welche er durch den Fortfall der Mitarbeit von Thea von Harbou an dem Manuskriptstoff zu leisten hat, zu dem für die Manuskriptarbeit festgelegten Honorar eine zusätzliche Zahlung von 3.000.- -RM erhält, … (UFA-Protokoll Nr. 935, 15.08.1933, Bundesarchiv Berlin).
Warum die Zusammenarbeit zwischen Thea von Harbou und Reinhold Schünzel nicht funktionierte oder welche anderen Gründe für den ‚Ausstieg’ von Thea von Harbou maßgebend waren, geht aus den UFA-Protokollen nicht hervor. (... wird fortgesetzt)

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