31.5.10

Eine "Niederlößnitzer Perle!"

Nur wenig weiß man bisher über die ersten 18 Lebensjahre von Thea von Harbou: über ihre Kindheit in Tauperlitz bei Hof, wo sie 1888 geboren wurde und wo ihr Vater als Gutsherr eine große Landwirtschaft betrieb, die er aber aus wirtschaftlichen Gründen Anfang der 1890er-Jahre aufgab. Über den Umzug der Familie in die Sächsische Schweiz, in das kleine Landgut ‚Vogelgesang‘ in die Nähe der Stadt Pirna, und von dort wenig später nach Niederlößnitz (heute Radebeul), auf die Hohe Straße 9, die heutige Hohe Straße 37. Hier traf die Familie vermutlich 1895/96 ein.

Im Adressbuch der Lößnitzgemeinden von 1897 steht als Besitzer des Hauses in der Hohe Straße 9 Theodor von Harbou, Versicherungsoberinspektor. Im Haus wohnten anfangs auch die Eltern von Clotilde von Harbou, die einige schöne große Zimmer im Hochparterre hatten sowie ein junger Engländer als Pensionär, der sich in der deutschen Sprache vervollkommnen sollte. Sein Vater zahlte eine hohe Pension, sodass sich die Familie von Harbou finanziell wieder recht gut stand – zumindest in diesen Jahren!

In Niederlößnitz besuchte Thea von Harbou das Luisenstift, verließ aber bereits 1902, als noch 13-jährige, die Schule ohne staatlichen Abschluss. In Folge wurde sie, die Hochbegabte, von ihrer Mutter und vor allem ihrer Großmutter, der Tochter des Erziehers der Prinzen von Sachsen-Weimar, zuhause weiter unterrichtet und erzogen sowie für ihr späteres gesellschaftliches Leben vorbereitet.

(Weitere Informationen enthält der Artikel von Bertram Kazmirowski: Begabt, gefeiert und vergessen: Eine Erinnerung an Thea von Harbou anlässlich ihres 50. Todestages am 1. Juli 2004, abgedruckt in der Monatsschrift Vorschau und Rückblick, Nr 7, 2004. Das Foto vom Haus verdanken wir Herrn Klaus Hübner, vermittelt durch Dr. Lothar Günther, Berlin)

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